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Warum neue Arzneien ?


 

 

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, das Genie, das das Ähnlichkeitsprinzip, die Potenzierung und die Arzneimittelprüfung am gesunden Menschen verbunden hat und damit eine reproduzierbare, erfolgreiche Heilkunst geschaffen hat, wurde 1755 in Meißen geboren und starb 1843 in Paris.

Im Jahre 1790, mit 35 Jahren machte er den berühmten Chinarindenversuch. Sechs Jahre später erschien von ihm der "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen...". Weitere 15 Jahre ! später, mit 55 Jahren veröffentlichte er etwa 70 peinlichst genau aufgenommene Prüfungsprotokolle und Heilhinweise neuer, von ihm und unter seiner Leitung geprüfter, homöopathischer Arzneimittel. Das war im Jahr 1811.

Sechs Jahre später erfand Karl Friedrich Drais das Fahrrad., 1825 wurde die Dampflock erfunden. Thomas Alpha Edison schaltete 67 Jahre nach Erscheinen der ersten Organonausgabe, Hahnemanns in hunderten von Paragraphen kompliziert geschrieben Regelwerk der homöopathischen Heilkunde, das elektrische Licht ein. Die heute noch genau bis auf jedes einzelne Wort gültigen Prüfungssymptome von damals wurden aufgenommen und aufgeschrieben 74 Jahre bevor das erste Auto über eine Straße fuhr.

Die genetische Ausstattung des Menschen hat sich in den vergangenen 200 Jahren sicher nicht geändert und so gilt ein gefundenes Arzneimittel mit all seinen Symptomen unverändert. Wie z.B.: nach einer Überanstrengung, mit Schwitzen, in kalten Wind gekommen und seitdem Rückenschmerzen, die durch Bewegung und Wärme besser werden. So eine Krankheit kann mit ganz hoher Sicherheit mit Rhus toxicodendron geheilt werde, weil eben unsere Haut und unser Bindegewebe, Muskel, Nerven und Faszienstrukturen sich nicht geändert haben seit der Prüfung eines Arzneimittels vor 200 Jahren, das auf diese Strukturen besonders wirkt wie z.B. Rhus tox..

Viele Krankheiten sind aber nicht so einfach und sind gerade Ausdruck unserer veränderten oder belasteten Lebenssituation. Diese hat sich extrem verändert durch umwälzende Erfindungen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, die mehr und erschütternder waren als in der ganzen Menschheitsgeschichte zuvor. Diesen Zuwachs an Erkenntnis und auch Technik haben wir Menschen wie als einen hohen Preis mit tiefer Verunsicherung, Schrumpfung bis Verschwinden der Welt (Hannah Arendt) aus unserem Leben, Bedrohung der ganzen Welt, atomarer Gewalt, Verlust der Religion bezahlt. Damit einhergehend kam jedoch nicht eine Verweltlichung sondern ein Zurückgeworfensein auf sich selbst und sich allein. Das zeigt sich in Selbstverantwortung, der Zunahme der Selbstreflexion aber auch im allgemeinen Psychologisieren. Dabei kommen Schuldgefühle, Selbstvorwürfe oder Vorwürfe an die Umgebung und die Konstruktion von Pseudoursachen nicht zu kurz.

Arbeiten und Konsumieren , nur zwischen diesen zwei Tätigkeiten scheint sich der moderne Mensch zu bewegen in einem wie uniformierten Strom ohne Möglichkeit oder Willen selbst noch etwas zu entscheiden. Originale, besondere, eigenwillige Menschen sind verschwunden.
Zu Hahnemanns Zeit hat sicher 90% der Bevölkerung noch in der Landwirtschaft in festen Strukturen und Hirarchien gearbeitet. Auch die Familien deren Zerfall immer deutlicher und schneller vor sich geht, waren sicher nicht so stark Thema in der Krankengeschichte damaliger Menschen ebensowenig wie die Gleichberechtigung, das Auseinanderdriften , der Rollentausch oder gar der Krieg der Geschlechter. Deutschland bestand aus Kleinstaaten, später dann aus Nationalstaaten mit nationalen Kriegen jetzt beobachten wir den zunehmenden Zusammenschluß zu Supermächten und Kapitalmächten, die von Terroristen, die sich erniedrigt und ausgebeutet fühlen, von zum Selbstmord entschlossenen religiös- fanatischen Überzeugungstätern bedroht werden. Massenmigrationsbewegungen auf und zwischen den Kontinenten mit Entwurzelungen wie nie zuvor treten auf. Gleichzeitig wird bei uns für Waschmittel und Kosmetik im Jahr soviel ausgegeben wie der Bundeshaushalt 1960 war, nämlich um die 36 Mrd. DM. 30% der Jugendlichen über 14 Jahren sind im Internet, 27 Millionen Deutsche überhaupt. Wir benötigen um uns aus allen Winkeln der Erde zu treffen gerade Mal so lange wie Hahnemann vielleicht gebraucht hat um in die nächste Hauptstadt zu kommen.

Wir haben, wen wundert es, neue, manchmal erschreckende Änderungen der Krankheitsmuster in prägnantesten Ausformungen, für die wir ebenso genau untersuchte neue Arzneien im Sinne Hahnemanns bereit haben müssen, zur Heilung der Kranken.

 

 
 
neue homöopathische arzneien

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samuel hahnemann
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